21. Color of Money 2009

Ein Bericht von Pascal Nydegger, Sport64 , www.swissbillard.ch

Helmut Heck und Sascha Specchia liefern
sich einen erbitterten Kampf

Color of Money 2007 - Bild 1Die 22. Ausgabe des Prestigeträchtigen Color of Money Poolbillard Turnier vom letzten Wochenende geht zum fünften Mal in Folge an einen Spieler aus Deutschland. Helmut Heck dreht im Final in aussichtsloser Lage eine 2-8 Führung in einen 11-10 Sieg gegen den Solothurner Sascha Specchia.
Es ist November, die Billard-Saison seit kurzem lanciert und das grösste Billardcenter der Schweiz, das Billiardino in Zürich, lädt wie gewohnt zum Color of Money Turnier ein. Mit 91 Spielern aus der Schweiz, Deutschland und England war das Turnier auch dieses Jahr als Erfolg zu werten, dies obwohl das Preisgeld aufgrund fehlender Sponsoren nur leicht auf Total 6‘500.- Franken gekürzt werden musste. Der Organisator Renato Zoia verspricht jedoch schon Heute wieder eine Aufstockung fürs nächste Jahr. „Wir wollen die gewohnten 8‘000.- wieder anpeilen und möchten dem Sieger gerne die Prämie von 2‘200.- Franken ausbezahlen. Gespräche mit Sponsoren sind im Gang. Dieses Ziel ist auch notwendig um mehr internationale Billardgrössen nach Zürich zu bekommen“. Wir können uns also bereits Heute auf eine weitere Austragung des Zürcher Top Turniers im 2010 freuen.

Internationale Beteiligung

In dieser 22. Ausgabe fanden insgesamt 6 Spieler aus den Ländern Deutschland und England den Weg nach Zürich. Besonders stark, die in der Schweizer-Szene gut bekannten deutschen Spieler, Helmut Heck und Florian Hammer aus Karlsruhe. Die Sieger aus dem vergangenen Jahren - Nicolas Ottermann (GER) und Bernd Jahnke (GER) - blieben dem Turnier an diesem Wochenende fern. Nebst den vielen Top-Herren, waren auch total 6 Damen und einige Junioren am Start, um sich mit den Besten zu messen.

Die Turnierorganisation in Zusammenarbeit mit billard-net.ch, billard-video.ch und Swissbillard.ch

Color of Money 2007 - Bild 2Mit dem neuen billard-net.ch System hatte man zwar Nachteile bei der Tableau-Spiegelung im Center jedoch aber eine enorme Entlastung der Turnierleitung eingeführt. Die Spiegelung des Tableaus ist einfach auch ein Darstellungsproblem da es ein riesiger 128er Schlüssel ist welcher in den Jahren zuvor von Hand auf eine grosses Papier geschrieben wurde. An der Darstellungsverbesserung für die kommenden Jahre wird gearbeitet. Das Turnier wurde im Endeffekt mit dem Hilfsmittel billard-net.ch planmässig und leicht über die Bühne gebracht. Der Organisator Renato Zoia hatte im persönlichen Gespräch nur positives zu berichten.
Dies aber bei weitem nicht alle Neuerungen im 2009, denn nebst der alljährlichen Swissbillard.ch – Zusammenarbeit in Sache Turnierbericht und Fotos wurde dieses Jahr neu billard-video.ch hinzugezogen. Kurt Salvisberg aus Kerzers hat mit Freude diese Aufgabe übernommen und mit der Aufnahme von vielen Top-Spielen für die optimale mediale Ergänzung gesorgt. Die Videos werden in Kürze über www.billard-video.ch abrufbar sein.

Früher Turnierstart am Samstagmorgen

Am Samstagmorgen ging es schon um 10.00 Uhr los mit den ersten Spielen. Nachdem die 16 besten Spieler gesetzt und die restlichen dazu gelost wurden versprach bereits die 2. Runde einige interessante Matches. Der spätere Finalteilnehmer Specchia musste ebenfalls untendurch und konnte nach einem 0-6 Rückstand gegen Nicolau Miltiadis noch ein 9-8 rausholen. Anders erging es dem an Nummer 2 gesetzten Bieler Pascal Nydegger, welcher gegen Michelangelo Sorace eine klare 2-9 Niederlage hinnehmen musste. Oder aber der Basler Urs Furrer der mit 7-9 gegen Helmut Heck in den Hoffnungslauf verwiesen wurde.
So nahm das Turnier seinen Lauf und die zwei deutschen Turnierfavoriten Heck und Hammer standen im 1/8 Final gegeneinander am Tisch. Heck entschied das Duell mit 9-8 für sich und schickte seinen Kollegen in den Hoffnungslauf. Direkt auf die Linie zwischen Pascal Nydegger und Ronald Regli. Was bedeutete dass von Hammer und Nydegger nur einer am Sonntag in den Top 16 weiterspielen durfte. Gegner würde dann Ronald Regli sein, welcher nur gerade gegen Dimitri Jungo eine Niederlage im Direktlauf einstecken musste. Hammer und Nydegger lieferten sich einen harten Kampf. Hammer bereits mit 3-1 in Front glitt die Partie jedoch nach und nach aus den Fingern. Mit Break-Pech und doch ein – zwei ausgleichenden Glücksstössen, sowie viel Entschlossenheit ergatterte sich der Bieler Nydegger schliesslich den verdienten 9-6 Sieg über den Deutschen Favoriten und doppelten Turniersieger aus den Jahren 2005 / 2006. Dies stellte dann zusammen mit dem Ausscheiden von Eric Marendaz (vs. Adolf Hardegger 0-9) und Mustapha Trabelsi (vs. Vincent Ortiz 7-9) die abschliessenden Tageshöhepunkte dar.

Die Top 16 am Sonntag

Color of Money 2007 - Bild 2Die Top 16 führten also am Sonntagmorgen dass 128er Doppel-K.O. Tableau weiter. Im Hoffnungslauf Furrer – Di Santo (9-8), Hardegger – Tercier (9-5), Brand – Ortiz (0-9) und Regli – Nydegger (9-3).
Spannendste Affiche hier die Begegnung von Furrer – Di Santos. Der Basler Furrer lag bereits mit 1-6 im Rückstand ehe er sich zurück ins Match meldete. Nach und nach verwandelte er den Spielstand schliesslich in ein 8-7. Nach Foul von Furrer (weiss fällt auf die 8) kam es schliesslich zum alles entscheidenden Game. Di Santos Break missling durchwegs denn Weiss fiel in die Tasche. Urs Furrer nutzte diese Möglichkeit schliesslich gekonnt zum 9-8.
Im Direktlauf waren derzeit weitere starke Partien im Gang. Helmut Heck musste gegen Dimitri Jungo ran (9-7), Klaiqi Megzon gegen Anar Bora (8-9), Campagnolo gegen Specchia (3-9) und Ayas gegen Patrick Mennillo (9-5).
Überraschend war sicherlich die Niederlage von Dimitri Jungo welcher sich stets gegen einen Rückstand behaupten musste. Schliesslich erkämpfte er sich nach 3-6 ein 7-7. Jedoch beim Stand von 7-8 für Heck nahm das Spiel mit einem 9er Break ein abruptes Ende und Heck erstickte jegliche Ausgleichshoffnungen von Jungo.
Ein sehr starker Tag fing schliesslich der Winterthurer Anar Bora ein. Mit eindrücklichen Leistungen erkämpfte er sich Sieg um Sieg, bis er schliesslich im Direktlauf Viertelfinale gegen Helmut Heck stand. Auch hier war Bora mit gutem Spiel bereits mit 5-1 in Front und schien die grosse Überraschung zu schaffen. Jedoch setzte der Deutsche Heck zu diesem Zeitpunkt nochmals Kräfte frei und kam zurück. Heck holte sich den Halbfinaleinzug mit 9-7.
Anar Bora wurde darauffolgend gestoppt von Zürcher Ronald Regli. Dieser wiederrum musste sich gleich mit 2-9 gegen Jungo aus dem Turnier verabschieden.
Die Plätze 1-3 machten die Spieler Helmut Heck, Sascha Specchia und Dimitri Jungo unter sich aus. Dies war dann auch gleich die Rang-Reihenfolge wie sich die drei Billardgrössen einreihten.

Ziemlich hart und doch glücklich kann man Specchias Situation beschreiben.

Color of Money 2007 - Bild 2War der Solothurner im Halbfinal gegen Heck doch schon mit 0-5 hinten, kam er zurück ins Match zum 5-5, zog im Gleichschritt mit seinem Gegner zum 10-10 und vergab einen langen schweren Ball zum 11-10, die Partie ging schliesslich mit 10-11 an Heck.
Nun im Hoffnungslauf gegen Jungo in einem ausgeglichenen Spiel mit nur gerade 2 unnötigen Fehlern von Jungo, holte sich Specchia einen 11-8 Sieg zum Finaleinzug.
Erneut war der Deutsche Helmut Heck der Gegner. Der Solothurner erspielte sich in Kürze einen 8-2 Vorsprung und brachte den deutschen mächtig in Bedrängnis. Dies entfesselte den Deutschen jedoch erneut, wie bereit in der Partie gegen Bora. Heck hatte nichts mehr zu verlieren und spielte sich in einen Rausch.
Einmal 4 Sets in Folge, wieder zwei Games von Specchia, noch einmal 2 Sets in Folge für Heck und es stand 10-8 für Specchia. Nun bekam Specchia erneut die Chance, jedoch anstatt 11-8 stand es nach Fehler nun gar 10-9. Eine grosse Schwierigkeit stellte im Billiardino an diesem Wochende das Material dar. Die Tische liefen immer wieder unberechenbar und sehr weit aus. Eine Tempodosierung wurde somit für die besten Spieler zur Schwierigkeit. Dies wurde Specchia auch beim 10-9 zum Verhängnis. Er versuchte ein Save und verpasste dieses um wenige Centimeter. Heck schoss die schwere Drei vom Tisch und schloss mit einem An-Aus Spiel zum 11-10 zum Turniersieg ab.
Specchia nach der harten Finalniederlage: „Ich habe bei diesem Turnier wieder viel gelernt, doch eines vor allem: Du darfst nie aufgeben!“
Der Solthurner war in etlichen Partien bereits viele Punkte im Rückstand und konnte dennoch den Finaleinzug realisieren. Und auch wenn es nicht ganz gereicht hat wusste er um die Stärke seiner Gegner und konnte eine zufriedene Heimreise antreten.
Einmal mehr nach den letzten Vier Jahren gewinnt also ein Deutscher Spieler das Color of Money Turnier und somit die Siegesprämie von 1‘600.- Franken. Bereits im nächsten November werden viele Schweizer Spieler einen erneuten Anlauf nehmen um die - von weit angereisten Top Spieler - zu knacken.

Manuel Pauli im Portrait

Color of Money 2007 - Bild 2Auch einige Junioren nahmen an diesem Schweizer Spitzen Billard-Event teil. Allen voran Megzon Klaigi aus Zürich. Schliesslich realisierte der 16 Jährige den starken 9. Schlussrang. Ein anderer Junger Spieler im Feld ist Manuel Pauli aus dem Solothurnischen Aarwangen.
Im kurzen Gespräch und Fotosession mit Swissbillard verriet der ebenfalls 16 Jährige uns seine Ziele. So möchte er im nächsten Jahr die EM-Teilnahme schaffen, nachdem es ihm im letzten Jahr bei den Schülern nur knapp nicht reichte. Gut zu erkennen ist seine Motivation in seiner Billard Tätigkeit welche er noch gar nicht lange aktiv ausübt. „Ok, er habe, seit er fünf Jahre alt ist ein Billardtisch und spiele daher schon ein wenig länger“, jedoch aktiv an Turnieren, und gefördert in einem Club nimmt Manuel erst seit Zwei Jahren teil.
René Schnellschmidt „selber ein guter Poolspieler“ ist sein Trainer und neu auf dem Jugendobmann Posten im Cue Club 311 in Solothurn. Dieser Club hat im Juni mit dem BSC Aarwangen fusioniert und brachte mit Daniele Buccoliero auch noch gleich einen neuen und motivierten Club-Präsidenten mit.
Manuel Paulis Wege werden im Billardsport sicherlich noch sehr weit führen wenn er mit selber Motivation wie am Samstag am Werk ist. Er hat sich als Tagesziel ein Realistisches versucht zu setzen. So verriet er, dass er das Turnier frühestens unter den Top 20 verlassen möchte. Der junge Solothurner verpasste sein Ziel nur knapp um eine Partie (7-9 vs. A.Rossi) und

Turnier Telegramm

Datum 14./15. November 2009
Ort Billiardino Zürich
Code NA128
Disziplin 9-Ball
Anzahl Teilnehmer 91

1. Helmut Heck
2. Sascha Specchia
3. Dimitri Jungo
4. Ronald Regli
5. Murat Ayas, Anar Bora
7. Urs Furrer, Patrick Mennillo
9. Megzon Klaiqi, Adolf Hardegger, Vincent Ortiz, Gianni Campagnolo
13. Dino Di Santo, Michel Tercier, René Brand, Pascal Nydegger
17. Ch.Wegmüller, M.Zuliani, M.Ruffner, E.Marendaz, M.Trabelsi, R.Heiniger, F.Hammer, A.Rossi

http://www.billard-net.ch/_tournaments_details.php?tournamentID=3243&select=ran

 

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