Snooker Spielregeln

Kurzfassung

  • Ein Spiel mit 15 roten und 6 farbigen Kugeln, die mit dem Spielball (weiße Kugel) auf einem großen Tisch in 6 Löcher gespielt werden wollen!
  • Der Spieler, der an den Tisch kommt, versucht, immer abwechselnd zuerst eine Rote und im nächsten Stoss eine Farbige (alle außer rot) und dann wieder eine Rote usw. zu treffen oder sogar zu versenken.
  • Er bleibt so lange am Tisch, bis bei seinem letzten Stoss keine gültige Kugel mehr fällt oder er ein Foul begeht.
  • Die erzielten Punkte werden aufaddiert, Rot je 1 Punkt, Farbige 2 bis 7 Punkte (je nach Farbe). 
  • Der nächste Spieler versucht wieder das gleiche usw. 
  • Die roten Kugeln bleiben im Loch, die Farbigen werden wieder auf ihre Aufsetzmarken auf dem Tisch zurückgelegt.
  • Sind alle Roten weg, müssen die Farbigen der Reihe nach versenkt werden und bleiben dann auch vom Tisch.
  • Gewinner ist, wer am Schluss mehr Punkte auf seinem Konto hat.

Ausführliche Fassung

TEIL 1 - DAS MATERIAL

Snooker

1. Der Tisch

a) Spielfläche. Die bespielbare Fläche innerhalb der Banden (gemessen senkrecht zur Bandenkante) beträgt 3500 x 1750 mm.
b) Höhe. Die Höhe ab Boden bis Bandenoberkante liegt zwischen 850 - 875 mm.
c) Taschen. In jeder Ecke ist 1 Tasche. Die beiden Taschen am oberen Ende werden Kopftaschen, die beiden Taschen am unteren Ende Fusstaschen genannt. Je 1 Tasche befindet sich in der Hälfte der Längsseiten, genannt Mitteltaschen. Die Taschenöffnungen betragen an ihrer engsten Stelle ca. 90mm, wobei hierfür die Bestimmungen/Schablonen der B&SCC Geltung haben.
d) Fusslinie und Fusszone. Eine gerade Linie, parallel zur Fussbande und 700 mm davon entfernt, ist eingezeichnet und wird Fusslinie genannt (gemessen senkrecht zur Bandenkante). Der Bereich innerhalb dieser Linie heisst Fusszone.
e) Das "D". Das "D" ist ein Halbkreis, eingezeichnet in der Fusszone, mit Zentrum in der Mitte der Fusslinie und einem Radius von 292 mm.
f) Markierungspunkte. 4 markierte Punkte sind auf der Längsachse der Tischmitte eingezeichnet.

  1. Kopfpunkt: 320 mm von der Kopfbande entfernt (senkrecht zur Bandenkante).
  2. Pyramidenpunkt: In der Hälfte zwischen Mittelpunkt (3.) und Kopfbande.
  3. Mittelpunkt: In der Tischmitte.
  4. Fusspunkt: In der Mitte der Fusslinie.

Ferner ist je 1 Punkt auf den Ecken des "D" eingezeichnet.

2. Die Bälle.

Die Bälle haben einen Durchmesser von 52,5 mm und müssen alle gleich schwer sein. Sie können auf Verlangen einzeln oder als ganzes Set ausgetauscht werden.
1 Snookersatz besteht aus:

  1. 1 weisser Ball - Spielball.
  2. 15 rote und 6 farbige Bälle - Objektbälle.

3. Das Queue.

Es darf nicht weniger als 910 mm Länge aufweisen und keine wesentlichen Abweichungen zu den allgemein gebräuchlichen, traditionellen Formen und Aussehen haben.

4. Queuehilfen.

Sie dienen dem Spieler als Brücken oder Verlängerungen. Es bestehen grundsätzlich keine besonderen Vorschriften betreffend Mass, Formen, Aussehen.
Anmerkung: Für deren Benützung ist der Spieler alleine verantwortlich.

TEIL 2 - DEFINITIONEN / REGELN

A1 Frame

Dies ist 1 Spiel. Es ist beendet, wenn

  1. ein Spieler aufgibt oder
  2. der letzte, schwarze Ball versenkt wurde oder
  3. ein Foul begangen wurde, als sich nur noch schwarz und der Spielball auf dem Tisch befanden.

Ausnahme: unentschiedener Spielstand (Regel L)

A2 Game

Eine festgesetzte Anzahl "frames"

A3 Match

Eine festgesetzte Anzahl "games".

B1 Spieler

Diejenige Person, welche an der Reihe ist, das Spiel aufzunehmen oder sich bereits am Spielen befindet.

B2 Mitspieler

Diejenige Person, welche die Aufnahme beendet hat und den Tisch nach Ansicht des Schiedsrichters verlassen hat.

B3 Schiedsrichter

Diejenige und einzige Person, welche

  1. den Spielverlauf für die Einhaltung der Regeln überwacht,
  2. über Regelverletzungen und unsportliches Verhalten entscheidet,
  3. Regelverletzungen bekanntgibt,
  4. farbenblinden Spielern auf Verlangen die Farben benennt,
  5. Bälle auf Verlangen reinigt.

Er darf keine Fragen betreffend des Spielstandes beantworten oder einen Spieler vor dem Stoss auf ein Foul aufmerksam machen.
Anmerkung zu B2 + B3: Der Mitspieler sowie der Schiedsrichter haben sich mit einer genügenden, den Spieler nicht irritierenden Distanz vom Tisch entfernt aufzuhalten. Beide haben darauf zu achten, dass sie sich nicht in der Stossrichtung vor einem vom Spieler anvisierten Ball befinden.

B4 Zuschauer

Sie haben sich ruhig zu verhalten und können vom Schiedsrichter I bei Spielen ohne Schiedsrichter von der Turnierleitung, aufgefordert werden, die Räumlichkeiten zu verlassen, falls jemand das Spiel stört.
Gutplazierte Zuschauer können vom Schiedsrichter für seine Meinungsbildung bei übersehenen, vom Mitspieler jedoch beanstandeten Fouls, hinzugezogen werden

B5 Turnierleitung

Die Turnierleitung übernimmt die Funktion einer Jury bei Uneinigkeiten zwischen Spielern oder Schiedsrichter und Spieler. Sie hat allfällige Proteste entgegenzunehmen und die dafür vorgesehenen Massnahmen einzuleiten.
Werden Spiele ohne Schiedsrichter ausgetragen, werden ihr sämtliche Schiedsrichterentscheidungen übertragen.

C1 Unsportliches Verhalten

Weigert sich ein Spieler, das Spiel fortzusetzen, oder ist sein Verhalten als unsportlich und willkürlich zu bezeichnen, kann er disqualifiziert werden. Eine Verwarnung muss nicht unbedingt vorausgehen.
Bei einer Disqualifikation verliert er das "game" und kann zudem für künftige Turniere des Billardverbandes gesperrt werden.

C2 Zeitverzögerung

Nimmt sich ein Spieler für einen oder mehrere Stösse ungewohnt viel Zeit, darf er darauf aufmerksam gemacht werden, dass er im Wiederholungsfalle mit einer Disqualifikation zu rechnen hat.

C3 Bestrafung

Wurde einem Spieler bezüglich Regel C1 oder C2 ein "game" aberkannt, werden die verbleibenden Bälle des "frames" dem Mitspieler gutgeschrieben, (pro roten Ball werden 8 Punkte gezahlt) und der bestrafte Spieler verliert seinen erzielten Punktestand gänzlich.
Jedes weitere "frame" wird dem Mitspieler mit 147 Punkten gutgeschrieben, sofern ein Punktestand von Bedeutung ist.

C4 Time out

Time out (Zeit und Anzahl) werden vor Turnierbeginn von der Turnierleitung bekanntgegeben. Verlangt ein Spieler infolge Dringlichkeit ein Time out wahrend eines "frames", soll ihm dies ausnahmsweise gewährt werden. Der Spieler darf für die Dauer seiner Abwesenheit eine Person beauftragen, seine Interessen zu wahren und allfällig begangene Regelverletzungen mitzuteilen.

D1 Der Stoss.

  1. ein Stoss gilt als ausgeführt, sobald der Spieler den Spielball mit der Queuespitze berührt hat.
  2. um einen Stoss als korrekt bezeichnen zu können, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt werden:
    1. Im Moment der Berührung müssen alle Balle stilliegen.
    2. Der Spielball darf nicht "geschoben", sondern muss gestossen werden.
    3. Der Spielball darf nur einmal berührt werden.
    4. Während der Stossbewegung muss der Spieler mit mindestens einem Teil
        eines Fusses Bodenkontakt haben.
    5. Es darf kein anderer Ball als der Spielball und nur mit der Queuespitze berührt werden.
    6. Es darf kein Ball vom Tisch springen. Ein Zurückfallen eines Balles von der
        Bandenoberflache auf die Spielflache oder in eine Tasche gilt als korrekt.
  3. Ein Stoss gilt erst als beendet, sobald sich kein Ball mehr bewegt und der Spieler nach Ansicht des Schiedsrichters den Tisch verlassen hat.

D2 Durchstoss

Ein Durchstoss ist unter folgenden Voraussetzungen als Foul zu werten: Hat die Queuespitze Kontakt mit dem Spielball während

  1. der Spielball einen Objektball berührt oder
  2. die Vorwartsbewegung des Spielballes begonnen hat.

Anmerkung: Liegen der Spielball und der Objektball so nahe aneinander, dass ein Durchstoss gar nicht vermieden werden kann, gilt der Stoss als korrekt, sofern der Objektball an seiner äussersten Stelle getroffen wird.

D3 Sprungstoss

  1. Ein Sprungstoss bedeutet, dass der Spielball über einen Ball springt, ohne vor dem Sprung einen Ball berührt zu haben. Dies ist ein Foul.
  2. Springt der Spielball über den Ball "on" und fallt anschliessend auf die entferntere Seite des Balles "on", gilt auch dann ein Sprungstoss, obwohl der Ball "on" noch berührt worden ist.

Ausnahme: Wird der Ball "on" korrekt angespielt und springt der Spielball nach einem anschliessenden Bandenkontakt über einen Ball, ist der Stoss korrekt.

E1 Ball "on"

Jeder Objektball, welcher als erster getroffen werden darf, wird als Ball "on" bezeichnet.

E2 Angesagter Ball

Will ein farbiger Objektball angespielt werden, ist die Farbe vom Spieler vor dem Stoss zu benennen, ausgenommen in zweifelsfreien Situationen, wo in der Umgebung der Stossrichtung nur 1 farbiger Objektball anspielbar ist.
Auf Verlangen des Schiedsrichters ist die Farbige jedesmal anzusagen.

E3 Ball "in-hand"

  1. Der Spielball ist "in-hand" nachdem er in eine Tasche oder vom Tisch gefallen ist.
  2. Auf Wunsch des Mitspielers nach einem "angled ball" (Regel E8)
  3. Der Spielball gilt solange "in-hand", bis er im "D" angestossen wurde oder ein Foul begangen wird.

Bei "in-hand" ist der Spielball innerhalb oder mit seinem Zentrum auf der Linie des "D" zu setzen.
Anmerkung: Der Schiedsrichter muss auf Anfrage des Spielers beantworten, ob der Spielball korrekt gesetzt ist.

E4 Ball im Spiel

  1. Der Spielball ist im Spiel, wenn er nicht "in-hand" ist.
  2. Objektbälle sind im Spiel, wenn die Farbigen wieder gesetzt sind. Sie gelten solange im Spiel, bis sie versenkt oder vom Tisch gespielt wurden.

Anmerkung: Wird der Spielball bei Regel E3 mit dem Queue in die gewünschte Position gesetzt, ist er noch nicht im Spiel, sofern nicht der Versuch eines Stosses unternommen wurde (Schiedsrichterentscheid).

E5 Ball springt vom Tisch

Kommt ein Ball ausserhalb der Spielfläche zum Stillstand, wird:

  1. Handelt es sich um einen farbigen: auf die richtige Markierung gesetzt.
  2. Handelt es sich um den Spielball: aus dem "D" weitergespielt (Regel E3).
  3. Handelt es sich um einen roten: aus dem Spiel genommen.

Anmerkung: Springt ein Ball auf eine Bande und fällt er anschliessend auf die Spielflache oder in eine Tasche zurück, bedeutet dies keine Regelverletzung. Ein auf diese Weise erzielter Pot ist korrekt.

E6 Touching ball

Liegt der Spielball press an einem Ball "on", wird "touching ball" erkannt und dem Spieler mitgeteilt.
Der Spielball muss davon weggespielt werden, ohne dass sich dabei der Objektball bewegt.
Beim Wegspielen vom "touching ball" darf der Spielball

  1. andere Balle treffen,
  2. einen anderen Ball "on" versenken,
  3. den "touching ball" treffen oder versenken, sofern vorher korrekt davon weggespielt wurde,
  4. nicht in eine Tasche gespielt werden.

Anmerkung 1: Handelt es sich beim "touching ball" um einen Ball "nicht on", muss folglich ebenfalls davon weggespielt werden, doch muss ein Ball "on" als erster Ball getroffen werden.
Anmerkung 2: Wurde der "touching ball" durch andere Umstände als durch die korrekte Ausführung des Stosses bewegt (Unebenheiten auf der Spielfläche), wird dies nicht als Foul gewertet.

E7 Snooker

  1. Der Spielball liegt dann "Snooker", wenn ein direkter Stoss in einer geraden Linie zu einem beliebigen Teil eines Balles "on" durch einen Ball der "nicht on" ist, verhindert wird.
  2. Trifft dies zu, wenn der Spielball im "D" gesetzt werden darf, liegt er nur dann "Snooker", wenn kein Ball "on" aus keiner Position innerhalb oder auf der Linie des "D" gemäss Regel a) angespielt werden kann.
  3. Liegt der Spielball durch mehrere Bälle "Snooker", gilt derjenige Ball als Verursacher, welcher dem Spielball am nächsten ist.

E8 Angled ball

Der Spielball liegt "Snooker" durch die Behinderung der Taschenrundung.
Anmerkung: Besteht diese Behinderung nach einem vorangegangen Foul, erkennt der Schiedsrichter auf "angled ball" und der Mitspieler darf für seine Aufnahme den Spielball im "D" setzen. (Regel E3 b)

E9 Gleichzeitiges Treffen von 2 Bällen.

Ausser 2 roten oder eines Balles "on" und einem Freiball (Regel E 11) dürfen nicht gleichzeitig 2 Bälle getroffen werden.

E1O Ball an der Taschenrundung.

  1. Fällt ein Ball in eine Tasche, ohne durch einen anderen Ball berührt worden zu sein, wird er an den gleichen Platz zurückgelegt.
  2. Fällt er, ohne Regelverletzung, wahrend des Stosses in eine Tasche (Erschütterung), werden sämtliche am Stoss beteiligten Bälle zurückgelegt und der Stoss muss wiederholt werden.
  3. Fällt er als Folge eines Fouls in die Tasche, wird der Spieler entsprechend bestraft und alle Bälle werden zurückgelegt. (Berührung mit Hand, Kleider usw. )

Anmerkung: Rote Objektbälle werden in diesem Fall nicht aus dem Spiel genommen, sondern ebenfalls zurückgelegt (a-c). 

E11 Freiball

  1. Liegt der Spielball nach einem Foul im "Snooker", darf der Mitspieler seine Aufnahme mit einem Freiball beginnen, d.h. er darf irgend einen Ball als Ersatz für Ball "on" benennen und anspielen.
  2. Der Freiball wird als Ball "on" betrachtet und mit dem entsprechenden Wert angerechnet, falls er versenkt wird.
  3. Er muss als erster Ball getroffen werden.
  4. Er darf nicht der Verursacher für ein "Snooker" sein (s. Regel E7 c), ausgenommen es befindet sich nur noch pink und schwarz auf dem Tisch. In diesem Fall darf schwarz den "Snooker" verursachen.
  5. Wurde der Freiball versenkt, wird er korrekt zurückgelegt.
  6. Wurde anstelle des Freiballes der effektive Ball "on" versenkt, ist dies korrekt und entsprechend gewertet.
  7. Wurde der Freiball und der Ball "on" versenkt, zählt nur eine Wertung, ausgenommen der Ball "on" ist ein roter Objektball. Der versenkte Ball "on" wird nicht zurückgelegt.

F1 Pot

Fällt ein Objektball nach Kontakt mit einem anderen Ball in eine Tasche und geschieht dies ohne Regelverletzung, bezeichnet man das als Pot.

F2 Serie

Dies ist eine Anzahl aufeinanderfolgender Pots, in einer Aufnahme.
Zur Serienbildung werden abwechslungsweise rote und farbige Objektbälle versenkt, wobei die roten in den Taschen verbleiben und die farbigen wieder zurückgesetzt werden, bevor der nächste Stoss erfolgt.
Sind alle Roten versenkt, werden nach Zurücklegung der letzten Farbigen die restlichen 6 Objektbälle nach deren Wert (gelb bis schwarz) der Reihe nach versenkt.

F3 Setzen der farbigen Bälle

a) Ausgangslage:
Zu Beginn jedes "Frames" werden die Roten in Form eines Dreiecks zwischen Kopfpunkt und Pyramidenpunkt aufgestellt, wobei die erste Rote so nahe wie möglich zur Pink liegen muss (jedoch nicht press). Die letzte Reihe der Roten hat parallel zur Kopfbande zu liegen. Die Roten liegen press aneinander .

schwarz: Kopfpunkt
pink: Pyramidenpunkt
Blau: Mittelpunkt
Braun: Fusspunkt
Grün: Linke Ecke des "D"

Gelb:

Rechte Ecke des "D"

b) Wiedersetzen:
Rote Balle werden nur an ihren ursprünglichen Platz zurückgelegt, wenn sie nicht als Folge eines Ballkontaktes in die Taschen gefallen sind (Regel E 10 a-c). Farbige Bälle werden nach jedem Pot auf die entsprechenden Punkte zurückgesetzt, bis keine Roten mehr auf dem Tisch sind. Nach der letzten Roten darf in der gleichen Aufnahme noch eine Farbige nach Wahl angespielt werden, welche im Falle eines Pots zurückgesetzt wird.
c) Besetzte Punkte:
Kann eine Farbige nicht auf den für sie vorgesehenen Punkt gesetzt werden, ohne dabei einen anderen Ball zu berühren, gilt der Punkt als besetzt.

  1. Eigener Punkt besetzt: Ist mehr als ein anderer Punkt frei, kommt die Farbige auf den Punkt mit der höchsten Wertung.
  2. Alle Punkte besetzt: Die Farbige wird so nahe als möglich zu ihrem eigenen Punkt in einer geraden Linie Richtung Kopfbande gesetzt.
  3. Ausnahmefall: Ist der gesamte Raum vom Pyramidenpunkt bis zur Kopfbande derart von Ballen belegt, dass pink oder schwarz nicht Richtung Kopfbande gesetzt werden kann, werden sie ausnahmsweise so nahe wie möglich zu ihrem eigenen Punkt Richtung Fussbande gesetzt.
  4. Mehr als eine Farbige: Fällt mehr als 1 Farbige in die Taschen und sind die eigenen Punkte besetzt, kommt die höhere Ballwertung auf den höchsten, freien Punktwert zu liegen.

Anmerkung: Es liegt in der Verantwortung des Spielers zu kontrollieren, dass alle Bälle korrekt gesetzt sind, bevor er den Stoss ausführt.
d) Falsch oder verspätet wiedergesetzt:
Wurde ein Stoss ausgeführt wobei eine oder mehrere Farbige nicht richtig oder gar nicht zurückgesetzt waren, und dies weder vom Schiedsrichter noch vom Mitspieler beanstandet wurde, werden die bis zu diesem Moment erzielten Punkte als korrekt gewertet. Die Balle werden anschliessend (sobald dies erkannt wurde) richtig gesetzt.

  1. Wird der Fehler bemerkt, nachdem ein Stoss als beendet galt (Regel D 1 c), werden die allfällig erzielten Punkte des letzten Pots ebenfalls angerechnet.
    Strafpunkte: Wert des falsch oder nicht gesetzten Balles.
  2. Erfolgt die Beanstandung im Moment von Stossbeginn bis zur Beendigung des Stosses (Regel D 1 a/c), hat der Spieler kein Recht auf die bei  diesem Stoss erzielten Punkte.
    Strafpunkte: Wert des Balles "on" dieses letzten Stosses, oder Wert des falsch oder nicht gesetzten Balles (bestraft wird die höhere Ballwertung).

G1 Foul

Ais Foul bezeichnet man jede Handlung, welche gegen die Regeln verstösst.

  1. Wurde ein Foul begangen,
    - ist es vom Schiedsrichter unmittelbar mitzuteilen und die entsprechenden
      Strafpunkte dem Mitspieler gutzuschreiben.
    - welches vor dem folgenden Stoss weder vom Schiedsrichter noch vom
      Mitspieler bemerkt wurde, darf es nachträglich nicht mehr beanstandet
      werden. (Ausnahme Regel F3 d)
    - wird der folgende Stoss von der Stelle gespielt, wo der Spielball zum Stillstand
      gekommen ist, ausgenommen nach einem "miss" oder bei "in- hand" (Regel E 3).
  2. Wird in demselben Stoss mehr als ein Foul begangen, ist nur ein Foul zu bestrafen (siehe Strafpunkte).
  3. Der Spieler, welcher das Foul begangen hat,
    - wird mit den entsprechenden Strafpunkten belegt,
    - verliert die Aufnahme,
    - muss erneut spielen, falls dies der Mitspieler wünscht. Wurde einmal diese
      Aufforderung des Mitspielers bekanntgegeben, kann sie nicht mehr
      widerrufen werden.
    - muss aus der ursprünglichen Position erneut spielen, falls zusätzlich ein "miss"
      erkannt wurde und der Mitspieler nicht selber das Spiel aufzunehmen wünscht.

G2 Foulliste/Strafpunkte

Für die folgenden Fouls werden mindestens 4 Strafpunkte berechnet, sofern es sich beim Ball "on" um einen roten, gelben, grünen oder braunen Ball handelt und zudem kein Foul auf eine höhere Ballwertung einschliesst. (Blau 5, pink 6, schwarz 7 Strafpunkte)
Es Ist immer der höchste am Foul beteiligte Wert zu bestrafen.

  1. Stoss, bevor alle Bälle stilliegen. (D1 b1)
  2. Spielball mehr als einmal berührt. (D1 b3)
  3. Bodenkontakt nicht mit mindestens einem Fuss. (D1 b4)
  4. Berührung eines Balles durch etwas anderem als der Queuespitze. (D1 b5)
  5. Falscher Spieler hat gestossen. (B 1)
  6. Durchstoss. (D2)
  7. Sprungstoss. (D3)
  8. Ball "on" nicht zuerst getroffen. (E1)
  9. Keinen Ball getroffen. (E1)
  10. Nicht korrekt im "D" gesetzt und Stoss ausgeführt. (E3)
  11. Ball vom Tisch gesprungen. (E5)
  12. Spielball fällt in Tasche. (E3)
  13. Ball "nicht on" fällt in eine Tasche. (K i)
  14. Nicht korrekt von einem "touching ball" weggespielt. (E6)
  15. Snooker hinter einen Freiball gespielt. (E11 d)
  16. Stoss ausgeführt, als ein Ball falsch oder nicht gesetzt war. (F3)
  17. Gleichzeitiges Treffen von 2 Bällen. (E9)

    Folgende Fouls werden mit 7 Strafpunkten berechnet:
  18. Foul begangen, bevor Farbige angesagt wurde. (E2)
  19. Einen Ball vom Tisch oder aus einer Tasche genommen.
  20. Solange sich Rote auf dem Tisch befinden, in der falschen Reihenfolge 2 Rote oder 2 Farbige nacheinander angespielt. (K f)
  21. Einen anderen Ball als den Spielball angestossen.

G3 Kein Verschulden

Trifft den Spieler für die Berührung oder Bewegung eines Balles kein Verschulden (defekte Queuehilfen, Zuschauer, Schiedsrichter usw.) wird er diesbezüglich nicht bestraft.
Der Schiedsrichter hat den Ball wieder an den gleichen Platz zurückzulegen.

G4 Miss

Auf "miss" wird im Zusammenhang mit einem Foul (Regel G2 h/i) entschieden, wenn davon ausgegangen werden kann, dass sich der Spieler nicht genügend bemüht hat, den Ball "on" als ersten Ball zu treffen oder den Spielball derart angestossen hat, dass ein Foul nach den Regeln G2h/i resultierte.
In folgenden Fallen wird "miss" angewandt:

  1. Immer im Zusammenhang mit einem Foul G2 i (keinen Ball getroffen).
  2. Im Zusammenhang mit einem Foul G2 h (Ball "on" nicht zuerst getroffen), sofern der Ball "on" nicht ebenfalls entweder vom Spielball oder einem anderen Ball berührt wird.

Vorgehen nach einem "miss"
Foul G2i. Spielball zurücksetzen in die Ausgangslage vor dem Stoss. Stoss wiederholen. (Ausgenommen Regel L, nur noch schwarz auf dem Tisch.)
Foul G2h. Spielball und getroffene Bälle nicht "on" in die Ausgangslage vor dem Stoss zurücksetzen. Stoss wiederholen.
Anmerkung: Ist die Ausgangslage nicht mehr genau eruierbar, ist eine möglichst der Ausgangslage nahekommende Situation zu setzen, wobei darauf zu achten ist, dass der folgende Stoss nicht schwieriger auszuführen ist. 
Mitspieler oder Zuschauer dürfen zur Meinungsbildung hinzugezogen werden.
Mehrmaliges "miss" nacheinander. Ein aufeinanderfolgendes "miss" führt nicht zum Frameverlust.
Verzicht auf "miss" durch Mitspieler. Wie nach jedem Foul kann auch nach einem "miss" der Mitspieler entscheiden, ob er das Spiel selber aufnehmen will. In diesem Fall werden keine Bälle zurückgesetzt. Die Aufnahme beginnt, wo der Spielball zu liegen kam.
Ausnahme: Ist es anhand der Spielsituation unmöglich, den Ball "on" als ersten Ball zu treffen, wird davon ausgegangen, dass der Spieler den Ball "on" treffen wollte. In diesem Fall erfolgt kein "miss", nur das Foul wird berechnet.
H Mattsituation. Lässt der Spielverlauf keinen Fortschritt zu, hat der Schiedsrichter die Spieler aufzufordern, die Situation innert Kürze zu verändern, ansonsten er das "Frame" als "matt" deklariert und abbricht. Es erfolgt keine Wertung und wird neu gestartet. Es beginnt derselbe Spieler mit dem Eröffnungsstoss.
I Doppel.

  1. Wird Snooker mit 4 Personen gespielt, muss jede Partei abwechselnd ein "frame" eröffnen. Die Spielfolge wird zu Beginn eines jeden "Frames" abgesprochen und darf während des ganzen "Frames" nicht geändert werden.
  2. Nach einem begangenen Foul muss derselbe Spieler den Stoss wiederholen, sofern die andere Partei nicht mit der Aufnahme beginnen will.
  3. Bei einem unentschiedenen Punktestand darf die Partei, die den ersten Stoss spielen muss neu entscheiden, welcher Spieler beginnen will.
  4. Partner dürfen sich während des Spiels beraten, allerdings nicht, nachdem irgend ein Spieler mit der Aufnahme begonnen hat.

TEIL 3 - DAS SPIEL

J Beschreibung

Das Snookerspiel wird auf einem englischen Billardtisch von zwei oder mehr Personen gespielt.
Punkte werden durch korrektes Versenken von Bällen oder durch Gutschrift begangener Fouls des Mitspielers erzielt.
Sieger ist, wer am Schluss eines "Frames" die höchste Punktzahl aufweist, oder infolge Aufgabe des Mitspielers gewinnt.
Alle Spieler benützen den gleichen, weissen Spielball.
Die Objektbälle, 15 rote und 6 farbige, gilt es in die Taschen zu versenken.
Sie haben die folgenden Werte: (Punkte)

rot 1
gelb 2
grün 3
braun 4
blau 5
pink 6
schwarz 7

Gewinnpunkte werden durch abwechselndes Versenken von roten und farbigen Bällen erzielt, wobei die roten jeweils in den Taschen verbleiben und die farbigen wieder auf den Tisch zurückgesetzt werden.
Sind alle Roten versenkt und wurde die letzte Farbige zurückgesetzt, müssen die 6 Farbigen in der aufsteigenden Reihenfolge ihrer Werte versenkt werden, beginnend mit gelb bis schwarz.

K Spielverlauf

  1. Der Spielbeginn für das erste "frame" wird ausgelost. Die Reihenfolge gilt während des ganzen "frames".
  2. Weitere "frames" werden abwechslungsweise eröffnet.
  3. Der erste Stoss muss aus dem "D" erfolgen.
  4. Der Spielball muss als erster Ball immer den Ball "on" treffen.
  5. Zu Beginn jeder Aufnahme ist der Ball "on" immer ein roter, solange sich noch rote auf dem Tisch befinden.
  6. Wurde ein roter Ball versenkt, wird dem Spieler 1 Punkt, bei mehreren roten im gleichen Stoss je roten 1 Punkt angerechnet, und er fährt mit der Serie fort, indem er als nächsten Ball einen farbigen anspielt usw.
  7. Wurde eine Farbige korrekt versenkt, wird sie den Regeln entsprechend zurückgesetzt.
  8. Wurde die letzte Rote versenkt, muss bei einer Serie noch eine Farbige nach Wahl angespielt werden, bevor anschliessend die sechs Farbigen in der Reihenfolge ihrer Werte zu versenken sind.
  9. Der Spielball oder ein Ball "nicht on" darf nicht in eine Tasche fallen.
  10. Nach einem Foul oder bei Nichtversenken des Balles "on" ist die Aufnahme beendet und der Mitspieler ist an der Reihe.
  11. Die Aufnahme beginnt für ihn dort, wo der Spielball zum Stillstand gekommen ist, ausgenommen bei "in-hand" oder nach einem "miss".
  12. Wurde beim Versenken eines farbigen Balles, welcher "on" war, ein Foul begangen, ist er wieder auf seinen Punkt zurückzusetzen.

L Spielende

Das "frame" endet, sobald alle Bälle den Regeln entsprechend versenkt sind, und der Sieger mit der höheren Punktzahl feststeht.
Ebenfalls, wenn ein Spieler aufgibt.

Der letzte Ball

Liegt nur noch schwarz auf dem Tisch, endet das "frame" mit der nächsten Wertung, sofern sich daraus eine Punktedifferenz ergibt (Pot oder Foul).
Unentschieden. Resultiert als Folge eines Fouls oder eines Pots ein Unentschieden, wird die Schwarze wie folgt angespielt:

  1. Schwarze auf Kopfpunkt setzen.
  2. Spielbeginn durch Auslosen ermitteln
  3. Erster Stoss aus dem "D" spielen.
  4. Die nächste Wertung entscheidet. (Foul oder Pot)

Dieses Vorgehen wird auch dann praktiziert, wenn ein Gleichstand infolge eines Fouls resultiert, wobei schwarz nicht versenkt wurde.
Die übliche Anwendung der Regeln nach einem Foul und "miss" entfallen somit.

Ergänzungen für Spiele ohne Schiedsrichter

  1. Um Meinungsdifferenzen betreffs erzielter Punkte in einer Serie zu vermeiden, soll der Mitspieler nach jedem Pot eines farbigen Balles die vom Spieler versenkten Bälle aufaddiert bekanntgeben .
    Bsp: rot / blau (6), rot / gelb (9), rot / schwarz (17), rot / grün (21).
  2. Die Anzeigetafel soll von jedem für sich selbst nachgetragen werden, sobald die Serie beendet ist. Ein Nachtrag oder Änderung zu einem späteren Zeitpunkt ist nur mit Einverständnis des Gegners erlaubt.
  3. Allfällige Regelprobleme möglichst vor dem Stoss bei der Turnierleitung abklären. Ein Regelheft wird zu diesem Zweck aufliegen.
  4. Begangene Fouls bitte selber bekanntgeben, sofern Du es bemerkt hast.

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